Ereignisse

Spirit 2.0 – Totgeglaubte leben länger

Erfreut bekam ich gestern die Info, dass das Spirit wiedereröffnet wird. In den Ruhrnachrichten wurde darüber berichtet, hier die Ereignisse im Überblick.

Das „Spirit“ ist eine Diskothek, die seit 30 Jahren am Ende der „Brückstraße“ in Dortmund zu finden ist. Für Stammgäste galt lange Zeit „Es endet immer im Spirit“. Allgemein war allen klar, was einen im Spirit erwartete: Kleiner Laden, kleine Tanzfläche, eindeutige Musik, fragwürdige Toiletten, moderate Preise, aber unbezahlbare Stimmung. Klein wie es ist, ist man direkt mitten im Geschehen, sobald man eintritt.

Am 26.06.2017 dann die überraschende Meldung: Das Spirit schließt in wenigen Wochen. Fast schon wehmütig klang die Nachricht von der Geschäftsführerin Sarah Plat, der die Schließung sichtlich schwerfiel.

Es war der Besucherrückgang der letzten Jahre, der das Spirit in die Knie zwang. Sarah Plat, die das Spirit erst im Juni 2016 übernommen hat, wirkte selbst betrübt, fast schon überrascht über die Entscheidung. Recht schnell wurde klar, dass eine Wiedereröffnung mit einem neuen Konzept nicht ausgeschlossen sei.

Der Schock saß tief

Ein Ruck ging durch Dortmund, online und offline. Was folgte war ein Ansturm. Die letzten Wochen vor der Schließung, war das „Spirit“ wieder brechend voll. Enden sollte alles mit einer Abrissparty (ich habe berichtet).

Auf der Facebook-Seite des „Spirit“, beschrieb Plat am 16.06.2017, wie die Reaktion der Gäste sie gerührt habe. Auch überregional habe sie Nachrichten erhalten, deren Trauer über die Schließung groß waren

An dem Abend, an dem das „Spirit“ schließen sollte, fanden sich schon lange vor der Öffnung die ersten Besucher ein. Nach und nach wuchs die Anzahl zu einer wahren Menschenmasse heran. Der allgemeine Tenor der Besucher:
– Das hätten wir nie für möglich gehalten!
– Wie kann das sein?
– Es war eine Institution für uns und wir waren zu selten da. Wir tragen die Schuld.
Es war ein würdiger Abschied. Die Playlist war wunderbar gemixt, DJ Mimmi gab sein Bestes. Die Besucher feierten, als ob es kein Morgen gäbe.

In den folgenden Wochen veröffentlichte das „Spirit“ regelmäßig Bilder von der Renovierung, von fehlenden Wänden, endlich trockene Böden in der Toilette und blanken Mauern. Fast schockierend für hartgesottene Fans.

Am 16.08.2017 endlich die erleichternde Neuigkeit, der klare Ausblick, auf ein neues „Spirit“. Auf der Facebook Seite des „Spirit“ zeigt sich Plat erleichtert über die Neueröffnung. Sie spricht von neuen Verträgen mit Lieferanten, die nur dann unterschreiben würden, wenn das „Spirit“ als Kultdiskothek bestehen bleibt. In der zweiten Septemberwoche soll es wieder losgehen.

Das alte, neue „Spirit“

Die Informationen gehen auseinander, wie es weitergeht. Auf der einen Seite, spricht Plat bei Facebook, von einem „leicht veränderten Konzept“. Auf der anderen Seite, sagt Plat bei den Ruhr Nachrichten: „Das „Spirit“, so wie es war, wird es definitiv nicht mehr geben.“ Ich möchte an der Stelle keine Wertung abgeben. Es kann gut sein, dass „Spirit“-Gänger vieles vermissen werden, aber auch den „Spirit“ des „Spirit“ wiederentdecken und weiterleben.

Die klare Abgrenzung dient wohl vielleicht auch dazu, sich vom alten Erscheinungsbild abzugrenzen oder auch neue Besucher anzulocken. Klar ist wohl jedem, dass niemand die fragwürdigen Toiletten oder die langen Laufwege der Thekenbedienung vermissen wird. Die Ruhr Nachrichten formulier es eindeutig als „richtigen Neuanfang“ und Plat sagt, dass man ein breiteres Publikum erreichen wolle.

Für den ein oder anderen Spiritgänger wird das wohl bedeuten, dass nicht mehr jeder Tag einen Besuch im „Spirit“ wert sein wird, weil nicht mehr nur Metal gespielt wird. Für den ein oder anderen neuen Besucher bedeutet das eine Chance, einen alten Club neu zu entdecken.

Nach der Ankündigung auf der Facebook Seite kommentierten hunderte von Fans ihre Freude, Erleichterung, aber auch Unmut. Eine PR-Aktion sei das ganze gewesen. Dazu sagt Plat ganz deutlich, dass rechtsgültige Unterschriften erst kürzlich getätigt wurden. Eine Wiedereröffnung war immerhin nie ausgeschlossen! Das möchte ich an der Stelle deutlich betonen. In der Hoffnung neuen „Spirit“ im neuen „Spirit“ zu finden, freue ich mich auf die Neueröffnung und werde wieder berichten.

Quellen:

Ruhr Nachrichten

Facebook Seite

 

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