Lebensqualität

Wir sollten mehr feiern – Uns feiern!

Prominente werden gefeiert, lassen sich feiern – auf Konzerten, auf roten Teppichen. Sie sind so müde davon, dass sie sich wünschen, mal nicht beobachtet zu werden. Und dann sind da noch wir, die „normalen Menschen“. Ganz deutlich gesagt: Wir verdienen das auch!

Es geht auch anders: Ich habe letztens „Amazing Spaces“ im Fernsehen gesehen. Das ist eine Sendung, in der Mitmenschen, „normale Menschen“ aus England als Projekt besondere Orte umgestalten. Aus einem Gartenhaus wird so ein Büro, aus einem alten Bus ein Hotelzimmer oder aus einem Bunker ein Gartenhaus, mit angeschlossenem Grillplatz. Nichts Besonderes, stimmt. Warum ist es trotzdem besonders?

Der Moderator feiert sie

Der Moderator, seines Zeichens Architekt, hat ein sehr, sehr sonniges Wesen. Er zeigt Begeisterung für die Projekte, fragt nach, ist interessiert. Aber er zeigt das Interesse nicht nur, er feiert die Projekte regelrecht. Und die Handwerker und Projektleiter reagieren! Sie strahlen, wirken zufrieden, glücklich und vor allem stolz.

Ich muss zugeben, dass mich eben das anfangs ziemlich genervt hat. Der Moderator erzählte immer von den „unbelievable“ (unglaublichen) oder „amazing“ (fantastischen) Projekten. Es wirkte auf mich aufgesetzt, übertrieben. Aber er schaffte es, dass sein Funke auf die Protagonisten überspringt.

Andere Situation

Wie manche meiner Abonnenten hier bereits wissen, bin ich derzeit bei der  LVQ in der Weiterbildung. Mein erster Kontakt fand via Telefon statt und bereitete schon den Weg für die Stimmung, die von hieran herrschen sollte. Das lag besonders daran, dass bereits während dieses Telefonates meine Anliegen sehr ernst genommen wurden.

Weiter ging es bei meinem ersten Termin Vorort. Es wurde mir ein Getränk angeboten. Nicht großartig, richtig. Dann kam die gute Frau Neumann dazu, sah mich, stellte klar, dass ich weiß, wo ich hin muss und bot mir nochmal ein Getränk an. Ich lehnte dankend ab. Daraufhin fragte sie jedoch weiter: „Einen Saft?“ Kopfschütteln. „Einen Tee?“ Kopfschütteln. „Eine Cola?“ Kopfschütteln. „Einen Berliner?“ Lächeln. Der Funke hat mich erreicht.

Bei der Beratung wurde ich genauso ernst genommen, meine Bedenken wurden zerstreut, meine unfertigen Formulare wurden vervollständigt. Ich hatte mich ehrlich gesagt kaum vorbereitet, glaubte nicht wirklich an die neue Chance. Doch es war, als wüsste Frau Peissig von meinem Weg hierhin. Sie führte mich im Haus umher und zeigte mir alles, als sei ich ein wichtiger Gast.

Was will ich damit sagen?

Ich springe kurz zurück, ich hatte ein hartes Jahr hinter mir, ich kam aus einem Gespräch mit der Agentur für Arbeit, in dem man mir bescheinigt hat, dass mein Studium nichts wert sei. Bei der LVQ gab man mir wieder Hoffnung, fing mich auf. Recht schnell wurde mir klar, dass man bereit war mich so zu schulen, zu unterstützen und weiter zu bringen, dass aus den Einzelaspekten meiner Vergangenheit, wieder Ressourcen wurden.

Bei der LVQ wird jeder ermutigt sich selbst neu zu erfinden. Darin unterstützt, sich zu positionieren. Es beginnt klein. Bei LVQ grüßt jeder jeden auf dem Flur, es hält jeder die Tür auf. Der Umgang der Mitarbeiter und auch der auswärtigen Dozenten ist so offen und herzlich, dass der Funke überspringt. Man fühlt regelrecht, wie die Teilnehmer gefeiert werden. Ja, ich fühle mich bei der LVQ gefeiert.

Wir können daraus lernen

Deutschland ist das Land des Meckerns. Im Alltag verdirbt mir regelmäßig jemand den Tag, weil er sich vordrängelt, unhöflich ist oder unfreundlich. Natürlich, ist das „feiern einer Person“ das andere Extrem. Nun, eine „Person zu feiern“ – das so zu benennen, wird der ein oder andere jetzt auch als unpassend und überzogen empfinden. Mein Gefühl sagt mir, dass eine extrem positive Einstellung notwendig ist, um andere zu begeistern, der „Verrohung“ entgegen zu wirken, um der alltäglichen Stumpfsinnigkeit die Stirn zu bieten.

Ich habe alles zusammen gebracht, und komme zu einem Schluss:
Der Alltag ist hart genug, kein Tag ist perfekt. Warum sollen wir uns nicht dafür feiern, dass wir uns dem Alltag trotzdem jeden Tag stellen? Es kommt nicht immer vor, dass uns jemand, wie der LVQ den Rücken stärkt. Wenn euch niemand anders feiern will, feiert euch selbst.

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3 thoughts on “Wir sollten mehr feiern – Uns feiern!

    1. Vielen Dank, lieber Maik. Ich versuche mindestens einen Artikel zu schreiben. Ich freue mich, wenn du mir hier oder auch auf Facebook folgst.
      Viele Grüße
      Siemia_A

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